"Probleme sind gute Gelegenheiten zu zeigen, was man kann. " (Duke Ellington)
Ich bin mal wieder mit J. auf Dienstreise und der Flieger von New York nach Hause geht erst am Nachmittag. "Was möchtest du sehen?" fragt J. mich, genau wissend, dass ich noch einen Friedhof in der Hinterhand habe. Als Baseballfan würde ich ja gern noch einmal zum Citi Field Stadium der Mets gehen, ist aber zu weit weg. Das Yankee Stadium passt, was ich eigentlich nicht unterstützen kann. Die Yankees sind vergleichbar mit Bayern München im deutschen Fußball, Rekordmeister und im Bereich Marketing überall präsent. Trotzdem fahren wir hin und natürlich ist es beeindruckend. Wir sehen in der Nähe viel Polizei und J. erklärt mir, dass hinter der Brücke die Bronx anfängt und wir dort eher nicht hin sollten. Leider ist Spring Break, so dass nicht viel los ist. Ich mache ein paar Fotos vom Stadium und davor rumtollenden Eichhörnchen und wir besuchen noch das Hard Rock Café im Stadion, das von außen über eine Sicherheitskontrolle zugänglich ist.Anschließend machen wir uns auf dem Weg zum Woodlawn Cemetery, der mit seinen etwa 160 Hektar eine stattliche Größe aufweist. Gegründet wurde er 1863 und nach erster Recherche scheint er sehr sehenswert zu sein. Wenn wir nur mehr Zeit hätten...
Wir fahren auf den Friedhof und parken hinter dem Verwaltungsgebäude. Ich mache ein paar Fotos und sehe ein Pförtnerhäuschen, aus dem gerade ein uniformierter Pförtner raus- und auf mich zukommt. "Machen Sie etwa Fotos?" Ich bejahe dies, da es offensichtlich ist. "Sie benötigen dafür eine Genehmigung!" Er fragt kurz angebunden nach meinem Ausweis und wofür ich die Fotos werwenden möchte. Dann holt er ein Formular heraus, dass ich ausfüllen muss. Dann kopiert er meinen Ausweis und schreibt noch ein paar Notizen auf den Antrag. Währenddessen frage ich ihn nach der Lage von ein paar Gräbern.
Er schaut hoch und sein Blick lichtet sich: "Aaah, Sie wollen zur Jazz-Ecke?!"
Als hätte ich einen Schalter umgelegt, fängt er plötzlich ausführlich an zu erzählen und zu erklären. Ich soll das Formular fotografieren und zeigen, wenn ich danach gefragt würde. "Verweisen Sie auf mich!" sagt er lächelnd und zwinkernd. Dann holt er eine Karte heraus und zeigt auf die Jazz-Ecke, wie wir dort hinkommen, was es noch so gibt und erzählt von einer Dokumentation, die vor kurzem dort gedreht wurde und sehr sehenswert sei. Ich bin sehr angetan, bedanke mich sehr herzlich und frage ihn, was er für die Karte bekomme, da sie sehr hochwertig aussieht. Er möchte nichts dafür haben und wünscht mir lächelnd alles Gute.
Wir steigen ins Auto und fahren los, ich dirigiere J., was gar nicht so einfach ist. Nach ein paar Minuten sind wir da, das opulente Grabmal von Miles Davis ist schon von weitem zu sehen.
Wir steigen aus und ich suche nach weiteren Jazz-Legenden. In Sichtweite rechts an einem Hang ist Jean-Baptiste "Illinois" Jacquet zu sehen, einer der größten Saxophonisten der Jazzgeschichte, der mit Lionel Hampton arbeitete und u.a. ein Duett mit Bill Clinton bei dessen Amtseinführung spielte.
Lionel Hampton selbst und auch Duke Ellington muss ich etwas suchen, finde sie dann aber auch nach kurzer Zeit.
Illinois Jacquet
Lionel Hampton
Duke Ellington
Als Jazz-Begeisterter und langjähriger Hobby-Trompeter kann ich nicht anders und muss mich nochmal bei Miles Davis fotografieren lassen. Ich hoffe, ich komme nochmal her mit mehr Zeit.