Ich bin zu Besuch bei A. in Kiel, der mir seine Stadt zeigt, aber auch mein Hobby kennt. So besuchen wir morgens den wunderschönen Südfriedhof und nachmittags den Nordfriedhof. Letzterer ist bei ihm in der Nähe, also gehen wir zu Fuß. Auf dem Weg kommen uns viele "Störche" entgegen, Fans von Holstein Kiel, die heute leider 2:3 gegen Nürnberg verloren haben. Das Holstein-Stadion liegt direkt neben dem Friedhof und die Fans kommen am Haupteingang vorbei, einige nutzen sogar die Gelegenheit und gehen auf den Friedhof. 
Ich mache normalerweise als erstes ein Foto vom Haupteingang, was ich heute auf später verschieben muss, da überall Fussball-Fans zu sehen sind. Also gehen wir erst einmal hinein und orientieren uns. Ich habe mich nur kurz vorbereitet und möchte ein bestimmtes Grab sehen, der Friedhof ist geprägt von Soldatengräbern, da Kiel natürlich im 1. und 2. Weltkrieg ein bedeutender Marine-Stützpunkt war. 
Häufig ist hinter dem Haupteingang das Verwaltungsgebäude und/ oder eine Trauerhalle oder Kapelle, häufig beides in einem. So auch hier.Ein Grabstein mit der Inschrift "Büro" weist auf den Verwaltungsteil hin, genau mein Humor.
Auf der anderen Seite ist der Eingang zur Trauerhalle, davor ein kleiner Brunnen an dessen Rand ein Frosch sitzt. Ich denke laut, dass es doch schön wäre, wenn der Frosch Wasser spucken würde, dann dafür ist er offensichtlich gedacht.
Ich mache ein paar Fotos und da A. offenbar derselben Meinung ist, wie ich, findet er auf der Hinterseite das Brunnens ein Ventil, welches er beherzt öffnet und schon kommt ein Strahl aus dem Mund des Frosches in den Brunnen, sowie auf mich und meine Kamera.
Wir lachen, ich mache die Kamara trocken, A. reguliert den Strahl, so dass ich ein schönes Foto schießen kann.
Wir gehen weiter und suchen das Grabmal von Jutta Kutter, mein heutiges Hauptanliegen. Ich weiss ungefähr, wo es liegt und wir gehen einen Hügel hinauf. Auf dem Weg muss ich noch kurz innehalten, da die Friedhofskatze einmal beachtet und intensiv gestreichelt werden möchte.
Auf dem Hügel angekommen, ist das Grabmal am Wegesrand schnell zu erkennen und es passt hier irgendwie gar nicht so hin. Ich frage mich, ob es einen Hintergrund oder eine Geschichte dazu gibt.
Es gibt eine tragische Geschichte dahinter:
Jutta war die Tochter des bekannten Kapitäns und späteren Konteradmirals William Kutter und war mit 1,5 Jahren an einem Bonbon erstickt. Ihre Eltern waren nicht zu Hause und das Kindermädchen wollte sie mit Süßigkeiten beruhigen.
Das Grabmal wurde von dem bekannten Bildhauer Hans Dammann geschaffen, der als Vorlage das Gemälde "Sleep" der Französischen Malerin Francine Charderon verwendete. Gemälde wie Grabmal sind wunderschön und passend zu diesem Unglück. Es wurden seitdem und werden nach wie vor stetig Blumen auf den Grab abgelegt.

Eine alte Dame spendete für die Reinigung des Grabmals, so dass sie aktuell in voller Pracht zu bewundern ist. Ihr war als kleinem Mädchen die Geschichte von Jutta Kutter und dem Bonbon von ihrer Mutter mahnend erzählt worden und mit ihr zusammen hatte sie früher ebenfalls Blumen niedergelegt.

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