Wenn ich eine Reise machen, schaue ich natürlich, was es für Sehenswürdigkeiten gibt. In Rom ist neben dem Collosseum und vielen anderen natürlich auch der Vatikan eine Option. Ich denke aber anders: Wo gibt es interessante Friedhöfe und was ist da dann ggf. noch interessantes in der Nähe!
So stoße ich auf den "Deutschen Friedhof" im Vatikan, eigentlich Friedhof der Deutschen und der Flamen, in Italienisch "Campo Santo dei Teutonici e dei Fiamminghi".
Spannend ist, dass der Friedhof zwar innerhalb der Mauern der Vatikanstadt liegt, direkt neben dem Petersdom, aber nicht zum vatikanischen, sondern zum italienischen Staatsgebiet gehört. Möchte man zum Friedhof, muss man einen Umweg über die Sicherheitskontrolle des Vatikans machen. Hierzu muss dann eigentlich bei den Schweizer Gardisten auf Deutsch sagen, dass man zum Deutschen Friedhof möchte. Ich lasse also meine Sachen wir am Flughafen durchleuchten und sage auf Anfrage, dass ich allein bin und zum Deutschen Friedhof möchte. Der Schweizer Gardist sagt mir betrübt und amüsiert zugleich auf Englisch, dass er 5 Sprachen spräche, sein Deutsch sei aber eher rudimentär.  So sage ich nur "Campo Santo Teutonico" und erklärt mir, dass ich etwa 200 Meter bis zur Polizei gehen müsste und mich dort nochmal melden soll.
Ich gehe also weiter, am Ü-Wagen von "Vatican Media" vorbei und an vielen Priestern bis zu den Carabinieri, die mich auf eine Tür ein paar Meter weiter verweisen. Sie achten noch darauf, dass ich auch wirklich dort reingehe, da ich vom Eingang natürlich ein Foto machen muss, außerdem ragt hinter mir der Petersdom auf. Sie schauen etwas böse, ich gehe schnell durch das Tor und tauche in eine andere Welt ein.
Der Eingang zum Vatikan und Vatikan Media
Der Eingang zum Vatikan und Vatikan Media
Die Seite des Petersdoms
Die Seite des Petersdoms
Der Eingang zum Friedhof
Der Eingang zum Friedhof
Begrüßungstafel in Deutsch
Begrüßungstafel in Deutsch
Schlagartig wird es still, auf dem Friedhof sind vielleicht 2 bis 3 Besucher, ich bin total überwältigt. Der Friedhof ist komplett von Mauern umgeben, sehr schon begrünt und nicht besonders groß. Trotzdem gehe ich lange durch die Reihen und geniesse die Ruhe, die ein totaler Gegensatz zum Vatikan draußen. Es ist Mitte November und in einer Ecke lehnen Weihnachtsbäume und warten auf die Adventszeit.
Auf der Gegenüberliegenden Seite stoße ich auf die kleine "Schweizerkapelle", die der Schweizer Garde gewidnmet ist, daneben führt eine schwere Holztür in die Kirche Santa Maria della Pietà, die beeindruckende Deckenfresken und Statuen zur Schau stellt. 
Ich verlasse die Kirche und den Friedhof. Ich habe leider nicht so viel Zeit und möchte noch auf den Peterplatz. Ich wundere mich, da ich ohne Sicherheitskontrolle auf den Platz komme. Es ist alles wirklich sehr gut und beeindruckend. ich denke, ich komme nochmal wieder mit mehr Zeit.

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