Der Geschlechterfriedhof in Lunden ist ein eindrucksvolles Zeugnis der Dithmarscher Geschichte. Hier ruhen die Verstorbenen reicher, einflussreicher Familienverbände aus dem Lundener Kirchspiel. Die Bestattungen erfolgten u.a. in den überwiegend ost-westlich ausgerichteten Grabkellern. Von den ursprünglichen Gräbernsind 13 erhalten geblieben. In den Kellern wurden die Särge auf parallel gesetzten Ziegelreihen oder auf eisernen Gestellen platziert. Die tonnenförmig gewölbten Grüfte besaßen meist zwei Luftschächte. Die Grabplatten und Stelen wiegen bis zu zwei Tonnen und bestehen größtenteils aus Wesersandstein. Steine und Keller gehörten zu den jeweiligen Häusern oder Höfen und wurden vererbt oder verkauft. Viele Grabsteine folgen einem gleichen Muster: Die vier Ecksymbole Mensch (Matthäus), Löwe (Markus), Stier (Lukas) und Adler (Johannes). Im Zentrum ist ein Engel dargestellt, der in der linken Hand das Manneswappen und in der rechten Hand das Wappen der Frau hält.