Der Jüdische Friedhof Wandsbek an der Königsreihe bestand von 1637 bis 1884 und zählte mit ca. 1.200 Beerdigungen zu den kleinsten jüdischen Friedhöfen im Hamburger Raum. Ein jüdischer Friedhof (auch: „Haus der Ewigkeit“) folgt Gesetzen des Judentums. So ist die Erdbestattung vorgeschrieben und die dauerhafte Totenruhe gilt als verbindlich, d.h. keine begrenzte Ruhezeit. Es gibt i.a. nur Einzelgräber, Grabsteine sind nach Osten ausgerichtet, ebenso wie die Toten, deren Füße nach Osten (gen Jerusalem) zeigen, damit nach der Auferstehung die Reise Richtung Jerusalem gleich beginnen kann. Die Trauernden legen statt Blumen in der Regel Steine auf den Grabstein. Hierzu scheint es keine Regelung zu geben, jedoch eine uralte Tradition: Vor vielen tausend Jahren wurden die Toten mit einem kleinen Steinhaufen auf dem Grab bestattet. Dadurch markierten die Angehörigenn die Stelle des Grabes, um sie wiederfinden zu können. Nebenbei sollten die Steine verhinderten, dass die Leichen von wilden Tieren ausgegraben wurden. Wurde eine Bestattung vorgenommen, brachten Freunde und Verwandte einen Stein mit, um das Grab zu bedecken. Leider ist der Friedhof nicht öffentlich begehbar.