Der Sebastiansfriedhof liegt neben der Kirche St. Sebastian mitten in einer ruhigen Fußgängerzone und wurde nach dem Vorbild italienischer Camposanti gestaltet. Dort sind unter anderem Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, Paracelsus sowie Mozarts Vater und Ehefrau bestattet.
Der Friedhof wurde zwischen 1595 und 1600 im Auftrag Wolf Dietrichs nach Plänen des italienischen Baumeisters Andrea Berteleto errichtet. Er ersetzte gemeinsam mit dem Petersfriedhof den aufgelassenen Domfriedhof als Begräbnisstätte der Salzburger Bürger. Zuvor befand sich an derselben Stelle ein kleinerer Friedhof, der vermutlich auf einen älteren Pestfriedhof zurückging. Mit der Eröffnung des Kommunalfriedhofs wurde der Sebastiansfriedhof 1888 außer Betrieb genommen. Die nahezu quadratische Anlage misst etwa 90 mal 80 Meter und ist von 87 gewölbten Arkaden umgeben. In der mittig gelegenen Gabrielskapelle befindet sich die Gruft Wolf Dietrichs, während Andrea Berteleto als erster dort bestattet wurde. Der Friedhof ist über drei schmale Zugänge erreichbar und grenzt an die St.-Sebastian-Kirche. Heute zählt er neben dem Stadtgottesacker in Halle und dem Friedhof von Buttstädt zu den wenigen gut erhaltenen Camposanto-Anlagen der frühen Neuzeit im deutschsprachigen Raum.